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Wiederherstellungschirurgie

Ein Trauma kann nicht nur eine Verletzung in Form eines Knochenbruches mit sich bringen, sondern auch erhebliche Folgen an dem umgebenden Weichteilmantel hinterlassen.

Dies kann zum einen bedeuten, dass durch den Unfallmechanismus selbst Gewebe verloren geht oder dass die Blutversorgung unterbunden oder abgetrennt wird, was das Absterben des entsprechenden Gewebes zur Folge hat.

Zum anderen kann es durch Verschmutzung der Wunde während des Traumas oder als Komplikation der Heilbehandlung zu einer Infektion des Weichteilgewebes und des Knochen kommen. Auch hier kann ein Weichteildefekt durch Nekrose des Gewebes oder durch Exzision der befallenen Strukturen entstehen.

Ziel ist es, nach Konditionierung der Wundhöhle durch Beseitigung der Infektion ggf mittels gezielter antibiotischer Therapie sowie temporärer Deckung des Defektes mittels gängiger Unterdrucksysteme eine suffiziente Wiederherstellung in der Sekundärphase zu erreichen.

Hier bieten wir ein Spektrum unterschiedlicher plastischer Deckungen an:

  • Mesh-Graft

    Das englische Wort Mesh gibt an, dass es sich um ein netzähnliches Transplantat handelt. Dieses wird zunächst mit einer Art elektronischer Hobel (Dermatom) von der Spendestelle (hier wir die Oberschenkelvorderseite bevorzugt) entnommen. Hierbei wird die Dermis (Lederhaut) gespalten, was zu einem Nachwachsen der Haut an der Entnahmestelle führt und ein vitales Transplantat gibt. Mit einem speziellen Rollmesser wird dieses sogenannte Spalthauttransplantat dann eingeschnitten, es entsteht ein Netz. Je nach Folie lässt sich mit einem solchen Netztransplantat dann die drei- bis sechsfache Fläche decken.

    Mesh-Grafts sind einfach zu gewinnen und zu transplantieren, man benötigt aber einen sehr sauberen Wundgrund (eine gute Weichteilkonditionierung im Vorfeld ist zwingend), sonst ist die Gefahr hoch, dass das Transplantat nicht angeht und nekrotisch wird.

    Nach der Transplantation wird die Empfängerregion für zirka. 3-5 Tage ohne Verbandswechsel verbunden, damit das Transplantat Zeit hat, anzuwachsen. Die Entnahmestelle wird häufiger verbunden und kann anfangs noch nässen oder bluten.

  • Vollhauttransplantat

    Hier wird an einer Stelle des Körpers die Haut samt Unterhautgewebe gewonnen, die Entnahmestelle mittels primärer Naht verschlossen und der Defekt mittels des in der Größe unveränderten Transplantates verschlossen.

  • Lappenplastik

    Hier kann es sich um reine Hautlappen handeln, es ist aber möglich, jedes Gewebe (Muskel, Knochen, Fett) mit oder ohne Haut sowohl gestielt (also mit seinen zugehörigen blutversorgenden Gefäßen Gefäßen und Nerven) als auch frei (das heißt,  mit Anschluss der Blutgefäße an die Blutversorgung der neuen Umgebung) verpflanzt werden.

    Die möglichen Techniken bewegen sich zwischen einem Gleit-, Rotations-, Verschiebe- oder Schwenklappen.

    Hier bieten wir auch eine enge Zusammenarbeit mit den umliegenden Zentren für plastische Chirurgie an.

  • Korrekturosteotomien

    Ein Knochenbruch als Traumafolge kann durch Verlust von Knochenstruktur (durch den Unfall selbst oder während der knöchernen Umbauprozesse in Folge) zu einer Abweichung der physiologischen Knochenausrichtung führen und in einer in Fehlstellung verheilten Knochen- oder Gelenkstellung resultieren. Hier können Bewegungseinschränkungen oder eine frühzeitige sekundäre Arthrose entstehen.

    Unsere Abteilung bietet hier eine Vielzahl von korrektiven Operationstechniken, die das Ziel verfolgen, die physiologische Achsstellung wiederherzustellen:

    Nach ausführlicher präoperativer Planung erfolgt eine gezielte Durchtrennung des betreffen-den Knochens (Osteotomie) und führt so durch Entnahme (closed wedge) oder Einfügen eines Knochenkeils (open wedge) und/oder Rotation der Knochenenden zueinander zu einer  Wiederherstellung der physiologischen Stellung.

KONTAKT
Orthopädie, Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
Prof. Dr. med. Georg Täger

Telefon: 0831 530-3304
Telefax: 0831 530-3454
Aktiv für Herz und Kreislauf
Sana Kliniken AG: Starkes Engagement für Aufklärungs- und Präventionsarbeit.