Schulterchirurgie
Das Schultergelenk ist ein muskelgeführtes Gelenk, d.h., die Führung wird vor allem durch die umgebenden Weichteile, Muskeln und Sehnen gewährleistet. Jedoch entscheidet es sich grundlegend von anderen großen Gelenken, z.B. dem Hüftgelenk, welches durch die ent-sprechenden knöchernen Strukturen äußerst streng formgeführt wird. Diese Weichteilführung des Schultergelenkes erlaubt zum einen eine enorme Beweglichkeit in allen Ebenen des Raumes, macht es allerdings jedoch auch verletzungsanfälliger für die entsprechenden umgebenden Weichteilstrukturen.
- Impingementsyndrom
Hierbei handelt es sich um eine Enge des Gleitraumes unterhalb des Schulterdaches, die durch knöcherne Ausziehungen (Sporn, Arthrose des Schultereckgelenkes) entstehen kann und u.a. zu Schleimbeutelentzündungen und Reizungen der darunter laufenden Rotatoren-manschette führen kann.
Dieser Gleitraum kann sowohl arthroskopisch als auch über einen offenen Zugangsweg erweitert werden. Zudem kann entzündlich verändertes Gewebe (z.B. Schleimbeutel) entfernt werden. Knöcherne Anbauten können abgetragen werden.
In der Regel darf die Schulter nach einem solchen Eingriff sofort ohne Einschränkung beübt und selbständig bewegt werden.
- Rotatorenmanschettenruptur
Bei der Rotatorenmanschette handelt es sich um einen den Oberarmkopf umgreifenden Sehnenkomplex, welcher für die Funktion des Schultergelenkes von entscheidender Bedeutung ist.
Bei Verletzungen der Rotatorenmanschette unterscheidet man grundsätzlich Verletzungen in Folge eines akuten Traumas sowie Einrisse in Folge von Verschleißprozesses, die meist im Alter über 50 Jahre auftreten.
Die Sehnen der Rotatorenmanschette werden klinisch, über Ultraschalldiagnostik und ggf. mittels Kernspintomographie untersucht. Anschließend muss beurteilt werden, ob diese genäht werden können. Dies kann grundsätzlich arthroskopisch als auch über eine offene Rekonstruktion erfolgen und muss im Einzelfall individuell entschieden werden.
Bei alten oder sehr großen Rissen kann jedoch im Einzelfall eine Rekonstruktion des Sehnenrisses nicht möglich sein.
Nach der Operation wird die entsprechende Schulter in der Regel 6 Wochen ruhig gestellt und darf in diesem Zeitraum nur passiv, d.h. durch den Krankengymnasten oder entsprechenden Schienen bewegt werden.
- Schultergelenkluxation (Ausrenkung)
Hierbei handelt es sich um kein einheitliches Verletzungsmuster. Durch den hohen Bewegungsumfang, welchen die Schulter aufgrund ihrer Weichteilführung zulässt, ist ein Ausrenken an diesen aufgrund ihrer Weichteilführung zulässt, ist ein Ausrenken an diesen Gelenken wahrschein-licher als z.B. am Hüftgelenk.
Grundsätzlich muss unterschieden werden zwischen traumatischen Luxationen, die z.B. durch einen Unfall/Sturz ausgelöst werden und Luxationen, die primär ohne äußeres Unfall-ereignis durch eher eingeschränkte Kapsel-Band-Führung auftreten.
Vor allem nach traumatischen Luxationsereignissen ist in der Regel eine operative Stabilisierung anzustreben, um wiederholte Luxationen und eine langfristige Schädigung des Schultergelenkes zu verhindern. Je nach Ausmaß der Instabilität kann die Operation arthroskopisch oder offen durchgeführt werden. Anschließend muss die Schulter 6 Wochen ruhig gestellt und ein durch den Operateur angegebenes Bewegungsausmaß eingehalten werden.
- Endoprothetik des Schultergelenks
Wie auch an anderen Gelenken kann es auch am Schultergelenk zu Verschleisser-scheinungen (Arthrose) kommen. Hier besteht die Möglichkeit des künstlichen Gelenkersatzes. Voraussetzung für eine zufriedenstellende Funktion und Einsetzbarkeit der entsprechend operierten Schulter ist bei einer anatomischen Prothese, die im individuellen Fall mit und ohne Pfannenersatz erfolgen kann, eine intakte, den Oberarmkopf umspannende Rotatorenmanschette.
Sollte gleichzeitig zum knöchernen Verschleiß (Arthrose) ein großer Sehnendefekt bestehen, kann über ein anatomisches Prothesenmodell keine gute Prothesenfunktion erreicht werden. In diesem Falle implantieren wir eine sogenannte inverse Schulterendoprothese, bei welcher die Gelenkanatomie umgekehrt (invers) ist. Dadurch wird die Biomechanik am Schultergelenk entsprechend verändert, sodass auch bei Fehlen der Rotatorenmanschette über die Kompensation mit dem Schulterkappenmuskel (Deltamuskel) ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen ist.
Um hier letztlich eine geeignete Lösung anbieten zu können, ist eine ausführliche Untersu-chung sowohl der knöchernen als auch der muskulären Strukturen erforderlich.
In der Regel ist anschließend eine 6-wöchige Ruhigstellung sowie eine rein passive Beübung über diesen Zeitraum erforderlich.



