Medizinische Schwerpunkte
- Allgemeinpädiatrie mit Infektiologie
Alle akuten Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter werden auf den beiden allgemeinpädiatrischen Kinderstationen „Giraffe“ und „Drache“ versorgt.
Dazu gehören:
- Luftwegserkrankungen wie z.B. Pseudokrupp, Lungenentzündung, Bronchitis, Asthma, Mukoviszidose
- Durchfallerkrankungen, bei denen eine mögliche Austrocknung mit Infusionstherapie behandelt werden muss
- Chronische Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes
- Harnwegsinfektionen, Harntransportstörungen
- Überwachung nach Gehirnerschütterungen
- Fieberkrämpfe
- Neurologische Erkrankungen wie z.B. Anfallsleiden
- Spezielle diagnostische oder therapeutische Verfahren, wie bei Nahrungsmittel- oder Bienen-/Wespengift-Allergien, neurologischen oder Entwicklungsstörungen, Hormonstörungen, chronischen Atemwegserkrankungen
Im Bedarfsfall erfolgt eine Behandlung in enger Kooperation mit den Abteilungen im Klinikum (Chirurgie, Innere Medizin, Radiologie) und Konsiliar-/Belegärzten (z.B. HNO, Augenheilkunde, Orthopädie, Genetik).
Kinder und Jugendliche, die bei den anderen Fachabteilungen in Betreuung sind, z.B. nach HNO-Operationen, chirurgischen Operationen (z.B. des Blinddarms) und orthopädischer Behandlung nach Frakturen, werden von den Kinderkrankenschwestern und den Kinderärztinnen und Kinderärzten unsere Abteilung mitversorgt.
Zur Klärung medizinischer Probleme stehen zusätzlich zur Expertise der Fachkräfte umfangreiche moderne Verfahren zur Verfügung:
- Ultraschall
- Endoskopien
- Lungenfunktionsmessungen
- Verschiedene Atemteste
- EEG, aEEG, Langzeit-EEG und Schlaf-EEG
- Hörprüfungen (OAE und BERA)
- Herzultraschall
- EKG und Langzeit-EKG
- Langzeit-Blutdruckmessung
- Schlaflabor
- Röntgen, Szintigraphie, MRT und CT
Gelegentlich sind wegen der Schwere der Krankheitsbilder Verlegungen auf die Kinderintensivstation notwendig. Auch Langzeit-Monitorüberwachungen oder Schlaflaboruntersuchungen werden auf der Kinderintensivstation durchgeführt.
- Neonatologie mit Neugeborenenabholdienst und pädiatrische Intensivmedizin
Neonatologische Intensivmedizin
Zusammen mit der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe bildet die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in enger Zusammenarbeit zwischen Neonatologen und Geburtshelfern das Perinatalzentrum Kempten.
Im Perinatalzentrum, mit der höchsten Versorgungsstufe, werden Schwangere mit bekannten Risiken oder Frühgeburtsbestrebungen betreut. Die neonatologische Intensivstation ist auch auf die Versorgung schwer erkrankter Neugeborener oder extrem unreifer Frühgeborener, mit vielfältigen modernen Geräten, eingerichtet.
Die Betreuung und Begleitung findet dabei bereits vor der Geburt statt: Sowohl bei den regelmäßig stattfindenden Schwangeren-Info-Abenden, als auch bei den Beratungen von schwangeren Frauen mit Problemen auf der geburtshilflichen Station, stehen Neonatologen und neonatologisch erfahrene Kinderärzte Rede und Antwort. So lassen sich bereits vor der Geburt viele Fragen klären – und Ängste abbauen.
Neonatologisch erfahrene Ärzte sind bei uns bei jeder „schwierigen“ Geburt im Kreissaal anwesend und können im Bedarfsfall innerhalb kürzester Zeit die Versorgung des Neugeborenen übernehmen.
Weiterhin finden täglich kinderärztliche Visiten auf der Wochenbettstation statt. Dort werden die Kinder untersucht, Elternfragen beantwortet und Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt.
Auch bei den dort betreuten Babys ist uns neben einer bestmöglichen medizinische Versorgung und Pflege der Kinder eine sehr enge Einbindung der Eltern wichtig. Ein möglichst intensives „Bonding“ auch bei kleinen oder kranken Neugeborenen liegt uns genauso am Herzen wie die Einbeziehung der Eltern in die Versorgung und Pflege der Kinder. Ein regelmäßiger Eltern-Kind-Kontakt erleichtert uns die Behandlung der kleinen Patienten und erlaubt den Eltern ein eigenes „kümmern“ auch während der oft anstrengenden Intensivzeit. „Känguruhen“ mit Mutter und Vater wird so früh wie möglich begonnen.
Mittels der in den Intensivbereich integrierten Überwachungsstation können die Kinder während der gesamten Behandlungszeit, von der Aufnahme aus dem Kreissaal bis zur Entlassung, von einem Team betreut werden. So werden die Eltern von denselben Ärzten und Pflegekräften die ihr Kind „intensiv“ betreuten auch auf die Entlassung nach Hause vorbereitet.
Über die Nachsorgeorganisation „Der Bunte Kreis Allgäu e.V.“ wird auch nach der Entlassung Eltern schwer erkrankter Kinder Hilfestellung angeboten. Über Hausbesuche von erfahrenen Kinderkrankenschwestern, unterstützt von einem multidisziplinären Team, wird vielen Eltern der Übergang von der Intensivstation hin zu einem normalen Leben zuhause erleichtert.
Eine moderne und sichere Überwachung gehört genauso dazu, wie die Pflege der Kinder in speziellen Inkubatoren. Zu den Behandlungsverfahren zählen z.B. differenzierte Beatmungsverfahren wie HFO-Beatmung (Hochfrequenz-Oszillations-Beatmung) oder NO-Beatmung (Beatmung mit Stickstoff-Monoxid) , Hypothermiebehandlung nach Sauerstoffmangelzuständen, Dauer-EEG-Überwachung (aEEG) oder digitales Röntgen.
Für außerhalb des Klinikums geborene Kinder mit Problemen steht rund um die Uhr unser Neugeborenen-Abholdienst zur Verfügung. Speziell ausgebildete Neugeborenen-Notärzte können somit Rettungswagen oder mit dem Rettungshubschrauber „Christoph 17“ umgehend Hilfe leisten.
Pädiatrische Intensivmedizin
Schwer erkrankte Kinder werden auf der Intensivstation betreut. Auf drei pädiatrischen Intensivbehandlungsplätzen können so alle modernen intensivmedizinischen Verfahren zur Behandlung dieser Kinder genutzt werden. Die Behandlungsplätze sind integriert in die neonatologische Intensivstation.
Abhängig vom Krankheitsbild wird die Behandlung durch die anderen Abteilungen des Klinikums (Chirurgie, Anästhesie, Radiologie,…) zielführend unterstützt.
Allen Eltern intensivmedizinisch betreuter Kinder stehen bei Bedarf unsere Elternzimmer zur Verfügung. Hier können die Eltern kostenfrei direkt in der Nähe ihrer Kinder übernachten oder im angeschlossenen Aufenthaltsraum neue Kräfte tanken.
Wir sind stolz auf das vielfältige positive Echo, das uns viele Eltern nach einem Aufenthalt bei uns geben.
- Neuropädiatrie
In der Neuropädiatrie diagnostiziert und behandelt ein erfahrenes Team von Ärztinnen und Ärzten, Krankenschwestern und einer Diplom-Psychologin Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, der Muskeln und Nerven der Kinder und Jugendlichen. Diese Erkrankungen bedürfen einer ganz besonderen Sorgfalt, sowie einer modernen Ausstattung für Diagnostik und Therapie.
Leistungsspektrum
- Diagnosestellung und Therapie von Epilepsien im Kindes- und Jugendalter
- Therapieumstellungen bei therapieschwierigen Epilepsien
- Diagnosestellung und Therapie von entzündlichen und degenerativen Erkrankungen des Nervensystems
- Diagnosestellung und Therapie von Stoffwechselerkrankungen des ZNS
- Abklärung von peripheren Nervenlähmungen
- Frühgeborenen-Nachsorge-Untersuchungen
- Abklärung von Entwicklungsstörungen
- Diagnosestellung und Therapie von Zerebralparesen mit oraler Medikation bzw. Botulinumtoxin-Injektionen
- Einordnung und Behandlung akuter und chronischer Kopfschmerzen und Notfallmanagement
- Kontrolluntersuchungen bei ventrikulo-peritonealer Liquorableitung
Technische Untersuchungen
- Video-EEG (Elektroenzephalographie)
- 24-Stunden-EEG
- Video –Langzeit- EEG
- Polygraphie / Polysomnographie
- Cerebrale Bildgebung (MRT, CCT), bei Bedarf in Sedierung
- Kinder-Diabetologie
Im Rahmen des Disease Management Programms (DMP) bieten wir auch stationär eine qualifizierte Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes mellitus an. Das Team besteht aus Ärzten, speziell ausgebildeten Pflegekräften, einer Diplom-Psychologin und einer Ernährungsberaterin.
Leistungsspektrum
- Ersteinstellung eines Diabetes mellitus
- Multimodale Komplexbehandlung mit Intensivschulung bei Erstmanifestation
- Intensivmedizinische Therapie einer diabetischen Ketoazidose
- Intensivierte und konventionelle Insulintherapie
- Insulinpumpentherapie
- Psychologische Betreuung
- Psychosoziale Betreuung
- Ernährungsberatung
- Diagnostik und Therapie unterschiedlicher Diabeteserkrankungen
- Diagnostik und Therapie der Diabetesbegleit- und Folgeerkrankungen
- Kinder-Gastroenterologie, Ernährung und Hepatologie, Endokrinologie und Stoffwechsel
Im Rahmen der Abklärung gastroenterologischer Krankheitsbilder bieten wir folgendes Leistungsspektrum an:
- 24Std.-ph-Metrie
- H²-Atemtest (Fructose/Laktose, Glucose, Laktulose)
- C13-Ausatemtest
- Alle radiologischen Verfahren, z. B. Magen-Darm-Passage, MRT des Dünndarm- und Dickdarm
- Leberpunktionen
- Nahrungsmittelprovokationen
- Gastroösophagoskopie, Coloskopie und PEG-Anlage
- Spezielle Sonographie-Verfahren
- Psychologische Beratung durch unsere Kinder- und Jugendpsychologin
Auch im stationären Bereich behandeln wir typische Fragestellungen und Krankheitsbilder der Kindergastroenterologie:
- Chronische Bauschmerzen
- Rezidivierendes Erbrechen
- Chronischer Durchfall
- Verstopfung
- Gedeihstörung
- Nahrungsmittelunverträglichkeit
- Erkrankung der Leber und Bauchspeicheldrüse
- Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
- Kinderkardiologie
Leistungsspektrum
- EKG
- Echokardiographie
- Langzeit-EKG
- Langzeit-Blutdruckmessung, in Kooperation mit der Abteilung für Innere Medizin
- Kinderschlaflabor
Im Kinderschlaflabor werden in den Räumen der Intensivstation C05 Schlafuntersuchungen bei Kindern jeden Alters durchgeführt.
Die häufigsten Untersuchungen betreffen:
- Zentrale Schlaf-Apnoen
- Obstruktive Schlafapnoen
- Allgemeine Abklärungen bei Tagesmüdigkeit
- Abklärung unklarer, lebensbedrohlicher Ereignisse (ALTE-Ereignisse)
Leistungsspektrum:
- Polygraphie
- Polysomnographie
- Hyperoxie-Test
- Hyperkapnie-Test
- Multipler Schlaflatenz-Test
- Kinder-Notfallambulanz
Auch außerhalb der Sprechzeiten der niedergelassenen Kinder- und Hausärzte können Kinder akut erkranken oder verunfallen!
Im Bereich der Kinderabteilung können in solchen Fällen akut erkrankte Kinder ohne telefonische Voranmeldung in der Kinder-Notfall-Ambulanz auf der Station C04 vorgestellt werden.
Bitte bringen Sie (wenn möglich) Versichertenkarte, „Gelbes Vorsorgeheft“ und evtl. vorhandene Krankenunterlagen mit.
- Kindertraumatologie
in Kooperation mit der Klinik für Unfallchirurgie (Prof. Dr. Georg Täger)
- Kinder-Tagesklinik
Nicht alle diagnostischen oder therapeutischen Maßnahmen müssen stationär durchgeführt werden.
In der Kinder-Tagesklinik können Patienten und Eltern unter optimaler Betreuung meistens noch am selben Tag die Klinik wieder verlassen.
Beispiele für diagnostische Maßnahmen:
- Bildgebende Untersuchungen in (Kurz-) Narkose (MRT, Szintigraphie)
- Endoskopien (Magenspiegelung, Darmspiegelung)
- Differenzierte Entwicklungsneurologische Testung
- Heim-Monitorauswertung und Beratung
- Nierenszintigraphie, Miktionszysturethro-graphie (MCU)
- Endokrinologische Testverfahren
- H2-Exhalationsteste
- Verbandswechsel in Narkose/Analgo-Sedierung
Beispiele für therapeutische Maßnahmen:
- Gabe von speziellen Medikamenten
- Hyposensibilisierungen
- Ersteinstellung auf besondere Medikamente
- Mukoviszidose
Ambulante Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Mukoviszidose/Zystische Fibrose
- Lungenfunktion
- Physiotherapie
- Ernährungsberatung
- Ambulante iv-Antibiose
- Sozialdienste
- Psychologische Betreuung



