Sana steht zu seiner sozialen Verantwortung
Engagement für das Gemeinwesen prägt das Handeln der Sana Kliniken – weit über den Kernauftrag der Gesundheitsversorgung hinaus. Dr. Michael Philippi, Vorstandsvorsitzender der Sana Kliniken AG, äußert sich im Interview über die Bedeutung sozialer Verantwortung für die Zukunft des Unternehmens.
Herr Dr. Philippi, das Wirtschaftssystem der westlichen Welt durchlebt zurzeit eine Vertrauenskrise: Bankenpleiten, Managerversagen, private Investoren als „Heuschrecken”. Die Marktwirtschaft als prägendes Element unserer Wirtschaftsordnung wird in Frage gestellt. Ist das ein gutes Umfeld, um erfolgreich und partnerschaftlich als privates Klinikunternehmen zu agieren?
Jedenfalls ist es ein Umfeld, das größte Aufmerksamkeit verlangt, sollen nicht die Vorurteile gegenüber den privaten Krankenhausunternehmen, insbesondere den großen Krankenhausgruppen, weiter genährt werden. Wir sind gefordert, mit nachprüfbaren Fakten jeden Tag deutlich zu machen, dass das soziale Engagement, die Verantwortung für Maßnahmen der Daseinsfürsorge, nicht mit der Privatisierung endet.
Was bedeutet das konkret für die Arbeit des Unternehmens?
Unser Engagement beschränkt sich nicht auf Medizin und Pflege. Die Sana Kliniken verstehen sich an allen Konzernstandorten als guter Nachbar, sind aktiv für die Belange der Region unterwegs und betrachten soziale Verantwortung als wertsteigernden Faktor. Konkret wird dies in mehr als 100 laufenden Projekten sichtbar. Wir besetzen ein breites Handlungsfeld. Unser Engagement umfasst die Unterstützung für Kinder und Jugendliche, den lokalen Kulturbetrieb und den Breitensport, ebenso wie die Förderung ehrenamtlichen Engagements unserer Mitarbeiter. Aber auch auf den mit dem Leistungsauftrag enger verbundenen Feldern dokumentieren unsere Kliniken ein beeindruckendes Spektrum an Aktivitäten. Ich nenne nur Asthmaschulungen für Kinder oder Demenz-Sprechstunden als Beispiele. In Summe bieten Sana-Krankenhäuser an die 200 Gesundheits- und Präventionsprogramme für Patienten und Angehörige, vielfach in enger Kooperation mit Selbsthilfegruppen, Kostenträgern und niedergelassenen Ärzten.
In der aktuellen politischen Diskussion wird ja gerade auch die Rolle der privaten Klinikkonzerne vermehrt in Frage gestellt?
Das Geschäftsmodell der privaten Klinikbetreiber wird, gerade weil es eine erfolgreiche Alternative zu kommunalen oder konfessionellen Trägerstrukturen darstellt, auch in Zukunft auf dem Prüfstand stehen. Wir müssen uns dazu bekennen, dass wir ein Wirtschaftsunternehmen sind, dass wir ohne staatliche Zuschüsse auskommen, dass wirtschaftliches Handeln Voraussetzung für die Weiterentwicklung von Medizin und Pflege ist. Gleichzeitig wird aber zu Recht von einem Unternehmen in der Größenordnung der Sana Kliniken mehr erwartet, als „nur“ die erwartete Dienstleistung auf hohem Niveau effizient zu erbringen. Privatisierte Krankenhäuser bleiben unverzichtbarer Teil der lokalen Infrastruktur der Bevölkerung. Der weitaus größte Teil unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lebt im Umfeld unserer Kliniken. Wir sind also gut beraten, immer wieder durch geeignete Projekte die Verbundenheit unserer Krankenhäuser mit der Region und ihren Bürgern deutlich zu machen.
Welchen Zusammenhang sehen Sie zwischen ihrer Rolle als Arbeitgeber und sozialer Verantwortung?
Krankenhäuser entwickeln sich zu wichtigen Versorgungsdrehscheiben des 21. Jahrhunderts, tragen damit zur Gesundheitsversorgung von Regionen bei und schaffen Zukunftschancen durch Arbeitsplätze. Ein führendes Unternehmen wie die Sana Kliniken braucht Wertegemeinschaften, die über eine starke Bindung- und Anziehungskraft nach innen und außen verfügen. Soziale Projekte stärken die Verbundenheit der Mitarbeiter mit dem Unternehmen und dessen Zielen. Wer heute eine qualifizierte Aufgabe meistert, muss mehr als nur eine gute fachliche Qualifikation vorweisen. Als einer der größten Arbeitgeber der Gesundheitswirtschaft ist die soziale Infrastruktur für unsere Krankenhäuser wichtig, um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen und an das Krankenhaus zu binden. Auch unter diesen Gesichtspunkten ist es für Sana von vitalem Interesse, soziale Verantwortung mitzuübernehmen, weil sie für Mitarbeiter zum Auswahlkriterium für den künftigen Arbeitgeber gehört.
Corporate Social Responsibility: auch für die privaten Krankenhausträger eine wichtige Aufgabe in der Zukunft?
Ich bin ganz sicher, zumal nicht erst seit der Finanz- und Wirtschaftskrise viele namhafte Unternehmen das Thema auf der Agenda haben. Die Krankenhäuser können hier aber einen besonderen Beitrag leisten, weil ihr Erfolg am Ende des Tages einzig und allein vom Vertrauen der Bevölkerung und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abhängt. Nachhaltige Projekte, die dieses Vertrauen fördern, müssen daher Teil unseres unternehmerischen Handelns sein.



